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10. Passiv-aggressive (negativistische) Persönlichkeitsstörung
Die passiv-aggressive, auch negativistische Persönlichkeitsstörung, beschreibt ein Verhaltensmuster, bei dem Widerstand nicht offen gezeigt wird, sondern indirekt, verzögert oder versteckt zum Ausdruck kommt. Statt klar „Nein“ zu sagen, geschieht der Protest oft auf andere Weise: durch Verzögerung, Vergessen, Widerwillen oder subtile Ablehnung. Nach außen wirkt das Verhalten häufig angepasst – im Inneren besteht jedoch ein ständiger Konflikt mit Anforderungen, Erwartungen und Autoritäten.
9. Narzisstische Persönlichkeitsstörung
Die narzisstische Persönlichkeitsstörung wird häufig missverstanden. Nach außen wirken Betroffene oft selbstbewusst, stark und überlegen – doch innerlich kann ein sehr fragiles Selbstwertgefühl bestehen. Das Verhalten kreist stark um das eigene Selbstbild, Anerkennung und die Wirkung auf andere.
Wichtig ist: Narzissmus bedeutet hier nicht einfach „Selbstverliebtheit“, sondern kann vielmehr eine Störung des Selbstwertes darstellen.
8. Anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung
Menschen mit einer anankastischen Persönlichkeitsstruktur wirken nach außen oft extrem zuverlässig, korrekt und kontrolliert. Alles scheint geplant, durchdacht und ordentlich. Doch hinter dieser Fassade steckt häufig etwas anderes: tiefe Zweifel, starke innere Anspannung und die Angst, Fehler zu machen oder die Kontrolle zu verlieren.
Das Leben wird zur Pflicht – nicht zum Erleben. Sicherheit zählt mehr als Freude, Ordnung mehr als Lebendigkeit.
7. Die ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung
Wenn Nähe gewünscht, aber gleichzeitig gefürchtet wird
Viele Menschen kennen Unsicherheit oder Nervosität in sozialen Situationen. Bei der ängstlichen (vermeidenden) Persönlichkeitsstörung geht dieses Erleben jedoch deutlich tiefer. Betroffene leben oft in einem inneren Spannungsfeld aus starkem Wunsch nach Nähe und gleichzeitiger Angst vor Ablehnung, Kritik oder Zurückweisung.
Es kann sein, dass diese innere Zerrissenheit dazu führt, dass Kontakte vermieden werden – nicht aus Desinteresse, sondern aus Selbstschutz. Die Angst, „nicht gut genug“ zu sein, steht dabei häufig im Mittelpunkt.
6. Histrionische Persönlichkeitsstörung
Zwischen Bühne, Gefühl und der Suche nach dem Außen
Die histrionische Persönlichkeitsstörung beschreibt ein Muster von Erleben und Verhalten, das durch eine oberflächliche und labile Affektivität, ein starkes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Anerkennung sowie eine dramatisierende, theatralische Ausdrucksweise gekennzeichnet ist. Gefühle werden häufig intensiv erlebt und ausgedrückt, wirken jedoch oft wechselhaft und wenig tief verankert.
Menschen mit histrionischen Persönlichkeitszügen richten ihren Fokus stark nach außen. Die eigene Wirkung auf andere, das Gesehen-Werden und das Erleben von Aufregung spielen eine zentrale Rolle. Dabei kann der innere Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen und dem stabilen Selbstgefühl eingeschränkt sein.
5. Borderline-Typ
Leben zwischen Nähe und innerem Chaos
Der Borderline-Typ gehört zur emotional instabilen Persönlichkeitsstörung und beschreibt ein Erleben, das für Betroffene oft extrem intensiv, widersprüchlich und innerlich zerrissen ist. Gefühle, Beziehungen und das eigene Selbstbild können stark schwanken – manchmal innerhalb kurzer Zeit.
Wichtig ist: Die folgenden Beschreibungen dienen der Einordnung und dem Verständnis und stellen keine Diagnosedar. Nicht jeder Mensch mit diesen Merkmalen erfüllt automatisch die Kriterien einer Störung.
4. Emotionale instabile Persönlichkeitsstörung
Wenn Gefühle schneller sind als der Verstand
Viele Menschen erleben starke Emotionen. Doch bei manchen Personen scheinen Gefühle explosionsartig zu kommen – ohne Vorwarnung, ohne Bremse. Die emotional instabile Persönlichkeitsstörung beschreibt ein Muster, bei dem Emotionen, Impulse und Reaktionen nur schwer kontrolliert werden können. Dabei geht es nicht um gelegentliche Wutausbrüche, sondern um ein über längere Zeit bestehendes inneres Ungleichgewicht.
3. Dissoziale Persönlichkeitsstörung
Wenn soziale Regeln keine innere Bedeutung haben
Die dissoziale Persönlichkeitsstörung beschreibt ein Muster von Erleben und Verhalten, bei dem soziale Normen, Regeln und zwischenmenschliche Verpflichtungen nur eine geringe oder keine innere Bedeutung haben. Betroffene wirken nach außen oft angepasst oder charmant, gleichzeitig kann es zu einem deutlichen Mangel an Empathie, Verantwortungsgefühl und Schuldbewusstsein kommen.
2. Die schizoide Persönlichkeitsstörung
Wenn Rückzug sicherer erscheint als Nähe
Nicht jeder Mensch braucht viel Nähe, Austausch oder soziale Kontakte. Manche fühlen sich allein wohler als in Gesellschaft – und das ist völlig in Ordnung.
Bei der schizoiden Persönlichkeitsstörung geht es jedoch um ein dauerhaftes inneres Muster, bei dem emotionaler Rückzug und Distanz zum zentralen Lebensprinzip werden können.