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Leben zwischen Nähe und innerem Chaos

Der Borderline-Typ gehört zur emotional instabilen Persönlichkeitsstörung und beschreibt ein Erleben, das für Betroffene oft extrem intensiv, widersprüchlich und innerlich zerrissen ist. Gefühle, Beziehungen und das eigene Selbstbild können stark schwanken – manchmal innerhalb kurzer Zeit.
Wichtig ist: Die folgenden Beschreibungen dienen der Einordnung und dem Verständnis und stellen keine Diagnosedar. Nicht jeder Mensch mit diesen Merkmalen erfüllt automatisch die Kriterien einer Störung.

Wenn Gefühle schneller sind als der Verstand

Viele Menschen erleben starke Emotionen. Doch bei manchen Personen scheinen Gefühle explosionsartig zu kommen – ohne Vorwarnung, ohne Bremse. Die emotional instabile Persönlichkeitsstörung beschreibt ein Muster, bei dem Emotionen, Impulse und Reaktionen nur schwer kontrolliert werden können. Dabei geht es nicht um gelegentliche Wutausbrüche, sondern um ein über längere Zeit bestehendes inneres Ungleichgewicht.

Wenn soziale Regeln keine innere Bedeutung haben

Die dissoziale Persönlichkeitsstörung beschreibt ein Muster von Erleben und Verhalten, bei dem soziale Normen, Regeln und zwischenmenschliche Verpflichtungen nur eine geringe oder keine innere Bedeutung haben. Betroffene wirken nach außen oft angepasst oder charmant, gleichzeitig kann es zu einem deutlichen Mangel an Empathie, Verantwortungsgefühl und Schuldbewusstsein kommen.

Wenn Rückzug sicherer erscheint als Nähe

Nicht jeder Mensch braucht viel Nähe, Austausch oder soziale Kontakte. Manche fühlen sich allein wohler als in Gesellschaft – und das ist völlig in Ordnung.
Bei der schizoiden Persönlichkeitsstörung geht es jedoch um ein dauerhaftes inneres Muster, bei dem emotionaler Rückzug und Distanz zum zentralen Lebensprinzip werden können.

 

Wenn Misstrauen zum inneren Lebensprinzip wird

Misstrauen gehört zum Menschsein dazu. Es hilft uns, Gefahren zu erkennen und Grenzen zu wahren. Doch wenn Misstrauen dauerhaft wird und sich auf fast alle Lebensbereiche ausdehnt, kann es zur inneren Belastung werden.
Bei der paranoiden Persönlichkeitsstörung kann genau dieses Muster über Jahre hinweg bestehen bleiben.

Psychische Erkrankungen sind vielschichtig, individuell und niemals auf ein einzelnes Merkmal reduzierbar. Diagnosen dienen in erster Linie der Orientierung und Therapieplanung – nicht der Bewertung eines Menschen. Moderne Klassifikationssysteme wie das ICD-11 versuchen, psychische Auffälligkeiten möglichst differenziert und beschreibend einzuordnen. Dabei gilt immer: Es kann sich um eine Störung handeln, wenn bestimmte Kriterien über einen längeren Zeitraum hinweg auftreten und Leidensdruck oder Einschränkungen verursachen.

 

Jedes Jahr das Gleiche.
Neues Jahr, neue Vorsätze. Mehr Bewegung, gesünder essen, früher schlafen, achtsamer sein.
Und dann? Nach ein paar Wochen schleichen sich alte Muster wieder ein.
Nicht, weil wir schwach sind – sondern weil Vorsätze allein kein stabiles Fundament haben.

Bevor ein Mensch sprechen kann, bevor er denken oder sich erinnern kann, erlebt er die Welt über Blicke. Über Nähe. Über das Gefühl: Da ist jemand ganz bei mir.
Wenn ein Baby im Arm liegt, Auge in Auge mit seiner Bezugsperson, und sich Blicke treffen, entsteht etwas zutiefst Menschliches.
Ein stilles Glitzern. Ein gegenseitiges Erkennen.

Dieses frühe Augenspiegeln ist kein schöner Moment – es ist ein neurobiologisches Fundament für das gesamte spätere Leben.

Körper und Geist werden oft getrennt betrachtet. Als wäre der Kopf für unsere Gedanken zuständig – und der Körper nur ein Werkzeug, das funktionieren soll.Doch in Wahrheit sind sie ein Team. Ein fein abgestimmtes Zusammenspiel, bei dem jede körperliche Handlung eine psychische Wirkung hat – und umgekehrt.
Wenn deine Psyche leidet, spricht irgendwann dein Körper. Und wenn dein Körper vernachlässigt wird, verliert auch dein Geist an Kraft.