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Viele Menschen glauben, Erwachsensein bedeutet, alles im Griff zu haben. Keine Fehler mehr zu machen, stark zu sein und zu funktionieren. Doch genau dieser Druck führt oft dazu, dass wir uns innerlich immer weiter von uns selbst entfernen. Denn die Wahrheit ist: Erwachsen sein bedeutet nicht, fertig zu sein. Es bedeutet, bereit zu sein, zu wachsen.

 

 

Hast du dich schon einmal gefragt, warum dir manche Menschen so unglaublich guttun – während dich andere komplett aus dem Gleichgewicht bringen?
Warum dich Nähe beruhigt oder Ablehnung so tief trifft? Das ist kein Zufall.
Der Mensch ist von Grund auf ein Bindungswesen. Und diese Bindung wirkt nicht nur emotional – sondern tief in deinem Nervensystem.

 

Kennst du das Gefühl, dass sich ein Gedanke plötzlich absolut echt anfühlt? Du bist überzeugt:
„So ist es.“ – obwohl du es eigentlich gar nicht sicher weißt.
Vielleicht denkst du: „Die Person mag mich nicht.“ Oder: „Ich habe etwas falsch gemacht.“
Oder: „Alle sind gegen mich.“
Und obwohl es keine klaren Beweise gibt, fühlt es sich real an. Fast so, als wäre es die Wahrheit.

Viele Menschen funktionieren im Alltag – aber sie fühlen sich nicht wirklich lebendig.
Sie erledigen Aufgaben, erfüllen Erwartungen und halten durch. Und trotzdem fehlt etwas.
Dieses Gefühl von „Ich bin nicht ganz da“ oder „Da geht noch mehr“ ist kein Zufall. Es kann ein Zeichen dafür sein, dass deine Psyche dir etwas sagen möchte: Du bist nicht mehr richtig in Verbindung mit dir selbst.
Innerlich aufzublühen bedeutet nicht, immer glücklich zu sein oder perfekt zu funktionieren. Es bedeutet, dich wieder zu spüren und dir selbst Raum zu geben.

 

Die passiv-aggressive, auch negativistische Persönlichkeitsstörung, beschreibt ein Verhaltensmuster, bei dem Widerstand nicht offen gezeigt wird, sondern indirekt, verzögert oder versteckt zum Ausdruck kommt. Statt klar „Nein“ zu sagen, geschieht der Protest oft auf andere Weise: durch Verzögerung, Vergessen, Widerwillen oder subtile Ablehnung. Nach außen wirkt das Verhalten häufig angepasst – im Inneren besteht jedoch ein ständiger Konflikt mit Anforderungen, Erwartungen und Autoritäten.

Die narzisstische Persönlichkeitsstörung wird häufig missverstanden. Nach außen wirken Betroffene oft selbstbewusst, stark und überlegen – doch innerlich kann ein sehr fragiles Selbstwertgefühl bestehen. Das Verhalten kreist stark um das eigene Selbstbild, Anerkennung und die Wirkung auf andere.

Wichtig ist: Narzissmus bedeutet hier nicht einfach „Selbstverliebtheit“, sondern kann vielmehr eine Störung des Selbstwertes darstellen.

 

Menschen mit einer anankastischen Persönlichkeitsstruktur wirken nach außen oft extrem zuverlässig, korrekt und kontrolliert. Alles scheint geplant, durchdacht und ordentlich. Doch hinter dieser Fassade steckt häufig etwas anderes: tiefe Zweifel, starke innere Anspannung und die Angst, Fehler zu machen oder die Kontrolle zu verlieren.
Das Leben wird zur Pflicht – nicht zum Erleben. Sicherheit zählt mehr als Freude, Ordnung mehr als Lebendigkeit.

Wenn Nähe gewünscht, aber gleichzeitig gefürchtet wird

Viele Menschen kennen Unsicherheit oder Nervosität in sozialen Situationen. Bei der ängstlichen (vermeidenden) Persönlichkeitsstörung geht dieses Erleben jedoch deutlich tiefer. Betroffene leben oft in einem inneren Spannungsfeld aus starkem Wunsch nach Nähe und gleichzeitiger Angst vor Ablehnung, Kritik oder Zurückweisung.

Es kann sein, dass diese innere Zerrissenheit dazu führt, dass Kontakte vermieden werden – nicht aus Desinteresse, sondern aus Selbstschutz. Die Angst, „nicht gut genug“ zu sein, steht dabei häufig im Mittelpunkt.

 

Zwischen Bühne, Gefühl und der Suche nach dem Außen

Die histrionische Persönlichkeitsstörung beschreibt ein Muster von Erleben und Verhalten, das durch eine oberflächliche und labile Affektivität, ein starkes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Anerkennung sowie eine dramatisierende, theatralische Ausdrucksweise gekennzeichnet ist. Gefühle werden häufig intensiv erlebt und ausgedrückt, wirken jedoch oft wechselhaft und wenig tief verankert.

Menschen mit histrionischen Persönlichkeitszügen richten ihren Fokus stark nach außen. Die eigene Wirkung auf andere, das Gesehen-Werden und das Erleben von Aufregung spielen eine zentrale Rolle. Dabei kann der innere Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen und dem stabilen Selbstgefühl eingeschränkt sein.