Maria Himmelfahrt – Was Loslassen, Vertrauen und Hingabe wirklich bedeuten
Inhaltsverzeichnis
Maria Himmelfahrt – Was Loslassen, Vertrauen und Hingabe wirklich bedeuten
Maria Himmelfahrt ist für viele Menschen vor allem ein kirchlicher Feiertag. Doch hinter diesem besonderen Tag verbirgt sich eine Botschaft, die weit über den religiösen Hintergrund hinausgeht.
Sie berührt Themen, die uns auch aus psychologischer Sicht täglich begleiten: Vertrauen, Loslassen, Hingabe und die Fähigkeit, Dinge anzunehmen, die wir nicht kontrollieren können.
Vielleicht kennst du das Gefühl, alles festhalten zu wollen. Beziehungen. Erwartungen. Pläne. Menschen. Oder sogar die Vorstellung davon, wie dein Leben eigentlich verlaufen sollte.
Doch genau hier beginnt oft innerer Stress.
Warum Loslassen so schwer fällt
Psychologisch betrachtet fällt uns Loslassen nicht deshalb schwer, weil wir schwach sind. Loslassen bedeutet immer auch, Sicherheit aufzugeben.
Unser Gehirn liebt Vorhersehbarkeit. Es möchte Situationen kontrollieren und Risiken möglichst vermeiden. Alles, was ungewiss ist, löst zunächst Aufmerksamkeit und manchmal sogar Angst aus.
Deshalb halten wir häufig an Dingen fest, obwohl sie uns längst nicht mehr guttun. Nicht, weil sie richtig sind. Sondern weil sie vertraut geworden sind.
Vertrauen ist das Gegenteil von Kontrolle
Maria Himmelfahrt erinnert symbolisch daran, dass nicht alles in unserer Hand liegt. Aus psychologischer Sicht ist Vertrauen kein naiver Optimismus.
Vertrauen bedeutet vielmehr, anzuerkennen, dass wir nicht jede Situation kontrollieren können und trotzdem sicher sein dürfen.
Viele Menschen versuchen, Unsicherheit durch Grübeln, Perfektionismus oder ständiges Planen zu bewältigen. Kurzfristig vermittelt das Kontrolle.
Langfristig entsteht jedoch häufig das Gegenteil: innere Unruhe, Anspannung und Erschöpfung.
Das innere Kind sucht Sicherheit
In der tiefenpsychologischen Arbeit zeigt sich häufig, dass unser Bedürfnis nach Kontrolle viel mit frühen Erfahrungen zu tun hat.
Wenn wir als Kinder erlebt haben, dass Situationen unberechenbar waren oder wir uns oft allein gefühlt haben, entwickelt unser Inneres Strategien.
Vielleicht versuchen wir heute alles perfekt zu organisieren. Vielleicht möchten wir niemanden enttäuschen. Vielleicht fällt es uns schwer, Hilfe anzunehmen.
Oder wir kontrollieren jede Kleinigkeit, um uns sicher zu fühlen. Das innere Kind möchte nicht kontrollieren, um stark zu sein. Es möchte kontrollieren, um sich geschützt zu fühlen.
Hingabe bedeutet nicht Aufgeben
Das Wort Hingabe wird häufig missverstanden. Es bedeutet nicht, sich seinem Schicksal hilflos zu ergeben.
Hingabe bedeutet vielmehr, den ständigen inneren Kampf loszulassen. Nicht gegen jede Veränderung anzukämpfen. Nicht jede Unsicherheit beseitigen zu müssen.
Nicht alles alleine tragen zu wollen. Manchmal entsteht genau dort neue Kraft, wo wir aufhören, alles festzuhalten.
Was dein Nervensystem damit zu tun hat
Unser Nervensystem reagiert ständig darauf, ob wir uns sicher fühlen. Je mehr wir versuchen, alles zu kontrollieren, desto länger bleibt unser Körper häufig in Anspannung.
Gedanken kreisen. Der Schlaf wird unruhiger. Die Muskeln bleiben angespannt. Die Atmung wird flacher.
Erst wenn unser System erlebt, dass auch Unsicherheit ausgehalten werden kann, beginnt echte Entspannung. Loslassen ist deshalb nicht nur ein Gedanke.
Es ist auch ein körperlicher Prozess.
Was wir von Maria Himmelfahrt lernen können
Unabhängig vom persönlichen Glauben lädt dieser Feiertag dazu ein, einen Moment innezuhalten. Vielleicht musst du heute nicht jede Antwort kennen.
Vielleicht musst du nicht jede Entscheidung sofort treffen. Vielleicht darfst du akzeptieren, dass manche Dinge Zeit brauchen.
Und vielleicht entsteht gerade daraus etwas Neues. Nicht durch mehr Kontrolle. Sondern durch mehr Vertrauen.
.png)
Fragen zur Selbstreflexion
Vielleicht helfen dir heute folgende Fragen:
- Wo versuche ich ständig, alles unter Kontrolle zu behalten?
- Wovor habe ich Angst, wenn ich loslasse?
- Welche Situationen kosten mich unnötig Kraft?
- Was dürfte ich heute mit etwas mehr Vertrauen betrachten?
- Wo wünsche ich mir mehr innere Ruhe?
Schon diese Fragen können dabei helfen, den Blick nach innen zu richten und alte Muster bewusster wahrzunehmen.
Die psychologische Sichtweise
Die Tiefenpsychologie geht davon aus, dass viele unserer heutigen Verhaltensweisen aus frühen Beziehungserfahrungen entstehen.
Wer Sicherheit nur über Kontrolle erlebt hat, wird sich auch als Erwachsener schwer damit tun, Dinge geschehen zu lassen.
Der Weg zur Veränderung beginnt deshalb selten im Außen.
Er beginnt dort, wo wir lernen, unserem eigenen Inneren wieder mehr zu vertrauen. Nicht alles muss sofort gelöst werden. Nicht alles muss perfekt sein. Manches darf wachsen.
Manches darf heilen. Und manches dürfen wir einfach liebevoll loslassen.
Raum für deine Erfahrungen
Vielleicht erinnert uns Maria Himmelfahrt nicht nur an eine religiöse Geschichte. Vielleicht erinnert sie uns auch daran, dass Vertrauen oft dort beginnt, wo Kontrolle endet.
Dass Loslassen nicht bedeutet, etwas zu verlieren. Sondern Raum zu schaffen. Raum für neue Erfahrungen. Für innere Ruhe. Für Hoffnung.
Und für die Gewissheit, dass wir nicht alles alleine tragen müssen.
Hast du Probleme mit dem Fluss des Lebens zu gehen und versuchst immer alles zu kontrollieren? Eine psychologische Beratung kann dir helfen.
Wie geht es jetzt weiter?
Über meinen Onlinekalender kannst du ein kostenloses Erstgespräch mit mir vereinbaren, bei dem wir uns kennenlernen. Ich rufe dich an deinem Wunschtermin an und wir besprechen dann, wie ich dir weiterhelfen kann.